Das sind die Ziele der Cyberkriminellen: Ihre Daten!

Cyberkriminalität nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Acht von zehn Personen waren in den vergangenen zwölf Monaten von kriminellen Vorfällen im Netz betroffen, so der Digitalverband Bitkom. Wer sich besser schützen will, muss die Ziele der Internetkriminellen kennen.  

Das Internet wird immer häufiger zu Tatmittel und Tatort

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2021, im April 2022 veröffentlicht, zeigt deutlich: Ein Bereich, bei dem seit Jahren kontinuierlich Anstiege zu verzeichnen sind, ist die Cyberkriminalität. Hier wurden im vergangenen Jahr 146.363 Fälle erfasst. Das ist eine Zunahme um 12,1 Prozent, wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte.

Die Cyberkriminalität betrifft Privatpersonen ebenso wie Unternehmen. In den letzten 12 Monaten hatten 32 Prozent der Unternehmen Schäden durch IT-Sicherheitsvorfälle, wie die eco IT-Sicherheitsumfrage 2022 ergab. Kommt es zu einem IT-Sicherheitsvorfall, dann ist wie in den Vorjahren das Unternehmen meist Opfer einer Ransomware-Attacke (21 Prozent). Erpressungstrojaner sind bei Cyberkriminellen hoch im Kurs. Auf Platz zwei liegt Website-Hacking mit 18 Prozent.

Cyberangriffe sind meistens finanziell motiviert

Während man früher davon ausging, dass viele Online-Attacken deshalb stattfinden, weil die Angreifenden ihr Hacking-Können ausprobieren und zeigen wollen, ist man sich seit einigen Jahren sicher, dass die Motive hinter den Attacken meistens finanzieller Natur sind: Man will Kontobestände räumen, Kryptowährungen stehlen oder führt gegen Bezahlung eine kriminelle Auftragsarbeit aus, einen Spionage-Auftrag oder einen Angriff auf den Wettbewerber des „Kunden“.

Auch wenn es letztlich meistens um Geld geht, sind die Ziele der Internetkriminellen zuerst und insbesondere Daten. Denn Daten sind wertvoll und können etwa Zugang zu Bankkonten verschaffen. Erfolgreiche Cyberangriffe bedeuten deshalb auch, dass der Datenschutz leider nicht ausgereicht hat.

Datenschützer warnen vor Internetkriminalität

„Mangelhafte Datensicherheit offenbart meist auch Schwächen beim Datenschutz“, so der damalige Sächsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schurig. „Das ist nicht nur für die betroffenen Unternehmen existenzbedrohend, sondern auch für Menschen, deren Daten in den Besitz von Kriminellen gelangen. Identitätsdiebstahl gehört dabei zu den schlimmsten Folgen. Betroffenen droht ein finanzieller und sozialer Totalschaden“, warnt der Datenschützer.

In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung und der um sich greifenden Cyberkriminalität wird damit der Schutz personenbezogener Daten noch wichtiger. Das spüren auch die Internetnutzerinnen und -nutzer: In den vergangenen zwölf Monaten ist die Angst vor Cyberkriminalität deutlich gestiegen. Aktuell fürchten sich laut Digitalverband Bitkom

  • 85 Prozent vor einer illegalen Nutzung persönlicher Daten durch Unternehmen (2020: 79 Prozent) und
  • 83 Prozent vor Schadprogrammen (2020: 75 Prozent).
  • Eine illegale Nutzung von Passwörtern und Konten befürchten 62 Prozent der Internet-Nutzerinnen und -Nutzer.

Furcht vor Cyberattacken allein schützt nicht

Zweifellos ist es gut, wenn man bei der Nutzung des Internets nicht sorglos ist und sich Gedanken macht, was passieren könnte. Allerdings sollte man sich ganz deutlich machen, auf was es die Internetkriminellen abgesehen haben: auf die personenbezogenen Daten.

Datenschutz ist deshalb auch ein zentraler Schutz vor Internetkriminalität und wird mit der digitalen Transformation nicht etwa zum Hindernis. Datenschutz ist im Gegenteil zwingend erforderlich, um den Cyberkriminellen so viel Gegenwehr wie nur möglich zu bieten.

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Frage: Internetkriminelle interessiert das Geld und nicht die Daten. Die Daten will nur die Werbewirtschaft. Stimmt das?

  1. Nein, die Cyberkriminellen haben finanzielle Motive, aber um an Geld zu kommen, missbrauchen und verkaufen sie Daten.
  2. Ja, Datenschutz hat nichts mit dem Schutz vor Cyberkriminalität zu tun.

Lösung: Die Antwort 1. ist richtig. Das Hauptziel jeder Cyberattacke sind Daten, und die meisten dieser Daten haben Personenbezug. In 63 Prozent der Unternehmen, in denen zuletzt sensible digitale Daten gestohlen wurden, handelte es sich laut Bitkom um Kommunikationsdaten. Diese Daten aber enthalten in aller Regel personenbezogene Informationen.

Frage: Gegen Internetkriminelle sind wir machtlos. Das Internet ist eben gefährlich. Ist das so richtig?

  1. Ja, gegen Cyberattacken kann man letztlich nichts machen.
  2. Nein, wenn man die Daten schützt, kann es zwar zu Cyberangriffen kommen, aber die Angreifenden können keine Daten erbeuten.

Lösung: Die Antwort 2. ist richtig. Es gibt zwar keinen hundertprozentigen Schutz vor Internetkriminellen, man muss davon ausgehen, dass es zu erfolgreichen Cyberangriffen kommt. Doch das Ziel der Angriffe, die Daten, kann man weitaus besser schützen, als dies heute noch geschieht. Sind die Daten zum Beispiel stark verschlüsselt, kann ein Internetkrimineller sie zwar stehlen, aber nichts damit anfangen.

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